milu - für jede Stimmung eine Stimme, wandelbar von Frau zu Kind, besingt miLù den Tod, die Liebe & das Leben. Und ich stehe in der Krypta des Völkerschlachtdenkmals, in Leipzig, mit mir rund 500 Menschen. Einige von ihnen, mich eingeschlossen, sind zu Tränen gerührt. Es ist keine Traurigkeit, die hier um sich greift, eher eine hoffnungsvolle Melancholie. Und miLù tanzt barfüßig im Kreis des 60 Meter hohen Turms, begleitet von Klavier und atmosphärischen Soundcollagen. Vor Jahren hat sie im Koma gelegen. „Seitdem kenne ich meine Seele“, so miLù. Und ihre mystisch anmutende Phantasiesprache, mit der sie versucht, das Erlebte fühlbar zu machen, berührt mich. Sie blickt den Menschen direkt in die Augen, singt sie an, mal divenhaft, im tiefen Alt, dann wieder kindlich, fast zerbrechlich. Wir alle werden mitgenommen auf eine innere Reise, ein musikalisches Ritual zwischen Weinen & Lachen. „Seelenbilder möchte ich singen“, sagt miLù und ich höre, was sie meint.